Österreichischer Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie
Histor. Entw. | Methode & Theorie | Indikationsschwerpunkte | Anwendungsbereiche

Die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT) ist eine psychotherapeutische Methode für Gruppen- und Einzeltherapie auf der Basis entwicklungspsychologischer Denkmodelle (Piaget, Erikson, Mahler, Stern, Lichtenberg), tiefenpsychologischer Theorien (Ich-Psychologie, Selbst-Psychologie) und Objektbeziehungstheorien.

Ausgehend von der Theorie, dass sich Wahrnehmung zusammensetzt aus

geht die KBT den Weg der bewussten Körperwahrnehmung im "Hier und Jetzt" - auf dem Hintergrund der individuellen Lebens- und Lerngeschichte.

Gesunde Anteile und Störungen werden erlebbar, in ihrer Bedeutung verstehbar und damit der psychotherapeutischen Bearbeitung zugänglich.

Nachdem Wahrnehmung und Bewegung eine Einheit bilden (s. Weizsäcker: Gestaltkreis; Piaget: sensomotorische Intelligenz), ist in der therapeutischen Praxis die Akzentuierung von Wahrnehmung (sensorische und kinästhetische) und Bewegung Angelpunkt für Erfahren, Handeln und Erinnern.

Die

bilden eine Einheit.

Dem Sprechen kommt dabei folgende Bedeutung zu:

Das Erlebte wird durch Versprachlichung ins Bewusstsein gebracht, d.h. begrifflich erfasst, und somit den Ebenen des Denkens, der Assoziation, der Reflexion und der Kommunikation zugeführt.

So wird die sinnlich-emotionale mit der sprachlich-kognitiven Ebene verbunden.

Jederzeit kann sich Vergangenes - auch Vorsprachliches - aktualisieren, d.h. dem Erleben nicht mehr zugängliche Gefühle und die dahinter liegenden Konflikte können auftauchen und im aktuellen Beziehungsgeschehen wiederholt und durchgearbeitet werden. Gesamt betrachtet geht es um ein Beziehungsgeschehen im Sinne des dialogischen Prinzips, wobei dem Körperdialog besondere Bedeutung zukommt.

Ein wesentliches Element der Methode ist die Arbeit mit Gegenständen, die unter verschiedenen therapeutischen Aspekten genutzt werden:

Durch vielschichtiges Erfahren, konkretes Handeln und wiederholendes Erinnern (szenische Erinnerung) kommt es zu einer Differenzierung und Erweiterung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, sowie des Erlebens und zu einer Aktivierung von Ressourcen, Fixierungen im Körperlichen, Emotionalen und Kognitiven werden erfahren und damit bearbeitbar, Störungen und pathologische Prozesse werden fokussiert und behandelt. Die dadurch möglich gewordene Neuorganisation und deren praktische Erprobung erschließt neue Handlungsfähigkeiten und schafft zusätzliche Handlungskompetenz.

Die KBT ist darauf ausgerichtet, Handlungsfelder zu eröffnen, die realitätsnah sind, neue Erfahrungen ermöglichen und die Umsetzung in den Alltag für die Patienten zu erleichtern.

Die KBT versteht den Körper als Ort des gesamten psychischen Geschehens.

Sie verbindet ihre eigenständige Theorie eine Körperpsychotherapie mit den Erkenntnissen der Tiefenpsychologie, der Kognitiven und Entwicklungspsychologie, der Säuglingsforschung, der Objektbeziehungstheorie und psyhosomatischer Erklärungsmodelle.